von umananda
Irgendwann, wenn das Scheinwerferlicht jede noch so kleine Erhebung zu einem riesigen Schatten heranwachsen lässt, obwohl ich genau weiß, dass das Gebirge der Blue Ridge Mountain weit im Osten liegt, wird die Müdigkeit zum Angsttraum, bis man in der Phantasie zu plappern anfängt und der Radiostimme antwortet, als würde sie sich erbarmen und einen Song ankündigen, von dem man glaubt, wachgehalten zu werden.

Die Täler hier sind eng und mäandern durch das Appalachen-Plateau und die Gedanken sind im Schwemmland des Mississippi, wo die Bewirtung und Unterkunft so herzlich war, dass es einem schwer gefallen ist zu gehen.
Die Hand tastet nach der kleinen Tupperdose, die man sorgfältig mit einem Sandwich und zwei Äpfel gefüllt und mit einigen Gebäckstücken versehen hat. Reiseproviant, wie die freundliche Frau beim Abschied mir zuflüsterte. Damit ich noch ein wenig an sie denken würde.
Alles läuft mechanisch ab. Die Nacht und die scharfen Umrisse der plötzlich auftauchenden Sträucher, dessen Konturen das Licht scharf zeichnet, das der Scheinwerfer unermüdlich vorausschickt. Nur nicht die Richtung verlieren, um zu den höchsten Erhebungen zu kommen, muss ich mich in südöstlicher Richtung bewegen.
Ganz plötzlich fahre ich einfach an den Straßenrand und lehne mich zurück. Die Erinnerung kehrt erst dann wieder, als ein heftiges Klopfen an der Windschutzscheibe mich hochschrecken lässt. Ich muss die Hände über die Augen halten, da die Sonne mich blendet.
Ein Sheriff fragt nach meinen Papieren und erklärt mir, dass ich, um zu den Unaka Mountains zu kommen, umdrehen und nach wenigen Meilen links abbiegen müsse. Von dort aus wäre es ein Kinderspiel. Immer nur geradeaus …
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