Autor: Fluchtachterl
Nimmt man uns das Licht, sieht unser Auge für einen längeren Moment nichts denn schwarz. Schwer gewöhnt sich unser Gesichtssinn an die Dunkelheit. Schier hilflos tapsen wir umher, sind kaum in der Lage Gegenstände zu erkennen, stoßen uns an Wänden, Türstöcken, Sesseln und Bänken.
Man hat uns das Licht genommen und nun läßt man uns im Dunkeln sitzen. Schlimmes geschehe oftmals in der Nacht, im Dunklen, heißt es. So schwant uns nichts Gutes.
„Seht zu, wie ihr damit fertig werdet”, höhnen sie, die Marionettenspieler, an deren Fäden wir hängen. Bang drehen wir uns im Kreis um uns selbst, unsere Hände ausgestreckt haltend nach etwas Festem, oder eine andere Hand, die uns führt. Doch nichts als das Dunkel, das uns umgibt. Dabei bräuchten wir nur inne zu halten, um ein schwach beleuchtetes Tor als Ausgang zu finden, die Fäden zu durchschneiden und die Dunkelheit zu verlassen.

