Abgrund

Bereits beim ersten Mal als Ramona ihn gesehen hatte, war sie in gewaltigem Bann gezogen. An einem übel beleumdeten Ort fand sich Ramona in jener Nacht ein. Unerklärlich war die Kraft, welche sie zu jener Örtlichkeit geführt hatte, gleich einem unheimlichen Fluch, dem sie nicht mehr zu entkommen vermochte.

In einer finstren, engen Seitengasse lag das Lokal, in einem Kellergewölbe. Nebel verhing die Stadt, feuchte Kälte drang Ramona bis ins Mark. Laternen zauberten gelblich verschwommene Lichtkronen in die tiefe Schwärze. Menschenleer war die Gasse, schaurig die Stille.

Ramona schritt die Treppe zur schwarzen Tür hinab. Dumpfer Lärm drang nach draußen. Mit zitternder Hand öffnete sie die Türe, stand inmitten gespenstischer Gestalten, welche im schummrigen Licht, im Qualm nur undeutlich zu erkennen waren. Der Barmann fragte sie gleichgültig nach ihrem Wunsch. Seine und Ramonas Augen trafen sich schließlich, ein tiefer Blick. Seine blaue Augen mit aufforderndem Blick, der Spitzbart.
„Ich bin Dimitri!“, sagte er.

Verloren war sie ab jenem Augenblick. Sie besuchte, so oft es ihr möglich war, jenen verkommenen Ort, nur um ihn zu sehen, Worte mit ihm zu wechseln. Mit jedem Mal wuchs Ramonas Begierde und nahm Besitz von ihren Gedanken.

Dimitri behandelte sie mal mit überaus freundlicher Zuneigung, mal mit kalter Zurückweisung. Ramona ließ es mit sich geschehen, verstrickte sich mehr und mehr in ihre Begierde. Dimitri, fühlte sie, hatte Freude daran, sie zu narren, ihr Hoffnungen zu machen, um diese alsbald wieder zu zerstören. Genußvoll schien er Ramonas Leiden zu beobachten, wenn er sich ihr gegenüber grob oder gleichgültig verhielt.

Die Gäste waren Nachtgestalten, die nur im Dunkeln heimisch waren. An jenem Ort liebelte jeder mit jedem. Dann und wann waren Ausrufe der Lust aus den Aborten zu hören. Ramona hatte sich anfangs davor geekelt, war es doch nicht ihre Welt, in welche sie immer häufiger hinabstieg. Doch schließlich begann sie sich dabei vorzustellen, wie es wäre, mit Dimitri ebendort der Wollust zu frönen.

Stets erriet er Ramonas Wünsche, streifte, so als ob es unbeabsichtigt wäre, an ihre Brüste, an ihre Hüfte an, warf ihr währenddessen begierige Blicke zu. Ramona war mehr und mehr gefangen in jener Welt. Der Sog ihrer Gier nach Dimitri zog sie hinab in immer tiefere Schlünde, in beklemmende Unwelten aus dunklem Morast. Verfangen in den Gespinsten des Fluches, schlug ihre Seele um sich, wehrte sich gegen die klebrigen Fäden, die sie fest hielten. Je heftiger sie sich zu befreien versuchte, desto schlimmer wurde sie darin verstrickt.

Dimitris Spiel wurde zunehmend dreister, je öfter Ramona den Ort aufsuchte. Er witzelte mit anderen Gästen über ihre Art zu sprechen, ihre Art sich zu gebärden, deutete derweil auf sie, so daß die anderen lachten, warf ihr mal begierige, mal abwertende Blicke zu. Bisweilen tauschte er mit anderen Frauen heftige, tiefe, Küsse und blickte währenddessen zu Ramona hinüber. Wenn er bemerkte, daß sie ihn entsetzt anstarrte, umfaßte er die Hüften der Geküßten, berührte schließlich durch den Stoff der billigen Kleider deren Brüste. Anschließend widmete er sich wieder Ramona, meinte, dass dies nur Spaß sei und nicht ernst genommen werden dürfe. So litt Ramona in vielen Nächten.

Die Gäste spotteten ihrer in zunehmend unverschämter Weise, sie kümmerte sich nicht darum.

Eines Nachts betrat Dimitris Frau, eine gewöhnliche Person mit derber Sprache, den Ort. Das Paar begann zu streiten. Einer der Gäste ging auf Ramona zu.
„Seine Frau!“, spie er ihr mit breitem Grinsen ins Gesicht und kehrte zu seiner sinistren Runde zurück.

Wer das seltsame Weib denn sei, brüllte ihn seine Frau an. Dimitri tippte sich mit dem Zeigefinger an die Stirn.

„Eine Irre!“

Ramona verließ den Ort. Sie wusste, daß er sie hinter ihrem Rücken mit Häme zu überschütten pflegte, diese Deutlichkeit jedoch bereitete ihr zu große Pein. In tiefer Scham über sich selbst, lief sie die Gasse entlang zur Hauptstraße. Hinabgefallen war sie in unendliche Tiefen, vernachlässigt hatte sie sich. Fahl war ihr Gesicht, fettig und strähnig ihr Haar geworden. Ihre Stelle, ihre Wohnstatt, ihr Ansehen, waren ihr gleichgültig. Einzig Dimitris unheimlicher Sog war ihr wichtig. Oftmals bezahlte sie ihm Getränke, gab großzügig Trinkgeld, um sich sein Lächeln, einen flüchtigen Augenblick der Zuneigung zu erkaufen. Die Erniedrigungen ertrug sie, gierig nach einem Moment des Zusammenseins, der nicht zu erringen war. Ramona betrank sich regelmäßig wenn sie dort war, um die Unmöglichkeit der Erfüllung ihres Verlangens zu vergessen.

Sie lief die Hauptstraße entlang. Ihr Kopf wankte im Rausch, Lichter verschwammen, vermengten sich in undeutlichen Farbenspielen. Ramona verlor die Besinnung, fiel auf den Gehsteig. Nieselregen benetzte ihre Kleidung bis die kalte Nässe auf die Haut drang.

Fluchtachterl 2003/2020 (überarbeitet)

An die ersehnte Liebe

Es gibt uns nicht! Es könnte uns geben. „Wir“ bleibt somit im Unwirklichen verortet, eine Vorstellung, eine Möglichkeit, oder gar nur ein flüchtiger Traum.

Meine unerfüllte Liebe, wie sehr ich Dich begehren, Dich verehren, unendlich lang scheinende Zeit in Deine wunderbaren Augen blicken würde, wenn es uns gäbe. Wie Deine Umarmung nach erfolgtem Akt der Liebe mich in Dir verlieren ließe bis ich in unbeschreiblichem Frieden einschlafen könnte, Deinen Atem in meinem Nacken spürend, sanft und lind, bis ich träume von Wiesen, Feldern im Frühling, durch die wir Hand in Hand wandern.

Wenn es uns gäbe, wäre Deine Umarmung, in die ich mich fallen lassen könnte, geborgen in Vertrautheit, Quelle des Lebens, des Trostes, der Freude. Ja, wenn es uns gäbe. Ich würde Deine Tränen von den Augen küssen, wenn etwas Dich traurig machte, und Du die meinen, wenn schwerer Kummer mich plagte. Wir würden ein Gericht erfinden, es zubereiten, eines, das einzig uns beiden schmeckt. Wir würden durch eine große Stadt schlendern, im Gebirge an klarsten, in hellstem Blau glitzernden Seen sitzen bis die untergehende Sonne den Himmel karmin und purpur färbt, in sommerlicher Landschaft Wein trinken, von Anhöhen über die Dächer von Städten blicken, im goldenen Herbst durch den Wald wandern, den Duft der abkühlenden Erde atmend. Wir würden einander anblicken, ohne ein Wort sagen zu müssen. Wir würden den dümmsten aller Witze erfinden, um stundenlang darüber zu lachen, bis unsere Körper schmerzen. Unser beider Liebe wäre sowohl Erde als auch Poesie.

Gäbe es uns, würden wir eine Insel erschaffen, wo wir uns von der Welt erholend, in unser beider Liebe leben, die uns zu den schönsten Menschen füreinander erheben würde, wo wir aneinander wachsen würden, in Hingabe, Zuneigung und Achtung, einzigartig, vereint und doch zwei Menschen. Wir wären das, was Liebende in bestem Sinne sein sollten. So lange bis wir zu dem werden, was wir vor unserer Ankunft auf dieser Erde waren, Sternenstaub. Ja, wenn es uns gäbe…

Niemandswelt

Marta stand am Fenster, blickte auf die Straße, über die kahlen Köpfe der Menschen, die vereinzelt vorbeifahrenden Fahrzeuge, blaue und gelbe. „Eins, zwei…“ Sie zählte die gelben Fahrzeuge, die blauen ließ sie aus.

In ihrer Erinnerung gab es Straßen, die von Autos, Bussen, Motorrädern und Lastwägen verschiedenster Form und Farben befahren waren. Gehsteige, die von Menschen belebt waren, die verschiedenste Kleidung getragen hatten, Haare je nach Geschmack frisiert trugen. Sie selbst hatte in jener fernen Zeit ihr rotes langes Haar oft zu einem Pferdeschwanz gebunden.

Eine Zeit, als Gernot bei ihr war, dessen Bart stets ihre Wange kitzelte, der karierte Hemden in verschiedensten Farben trug und über dessen blondes, kurzes Haar im Igelschnitt sie mit ihrer Hand gestrichen hatte, als sie beim Lesen auf dem Sofa gelegen hatten und sein Kopf auf ihren Schenkeln lag. Auch dachte sie an die Gläser Rotwein, die sie abends oft zusammen getrunken hatten.

„Wein“, dachte Marta, wann es wohl das letzte Mal gewesen sei, daß sie welchen getrunken habe. Das Zeitgefühl war ihr abhanden gekommen.

Sie schloß ihre Augen, sah in ihrem Inneren Gernot. Seine Küsse konnte sie noch spüren nach all der Zeit, auch seine Umarmungen, aber sein Geruch war nicht mehr in ihrem Gedächtnis, auch nicht der Duft seines After Shaves, oder der seines Haarwassers. Wenn sein Geruch ihr nicht mehr in Erinnerung kommen konnte, würden auch seine blauen Augen, der schmal geformte Mund, seine knochiger Nasenrücken, seine gesamte Statur verschwinden bis nichts mehr von ihm übrig war? Sie hatte sich stets auf seine Seite des Bettes gedreht, um noch etwas von ihm einzuatmen als er morgens das Haus verließ, um zur Arbeit zu gehen. Ihren Antiquitätenladen hatte sie erst vormittags aufgesperrt und war stets länger im Bett geblieben als er. Damals.

Von draußen drangen nur die dumpfen Schritte der glatzigen Fußgänger in olivgrünen Hosenanzügen und das gedämpfte Rollen der Fahrzeuge am Kunststoffahrbelag. Sie strich mit der Hand über ihren kahlen Kopf und spürte Ansätze von Stoppeln. „Ich muß wieder enthaaren, sonst gibt’s Ärger…“, dachte sie und ging zur Badenische ihrer Wohnraumeinheit.

Sie hielt den Ellbogen gegen den Kommunikator, der den implantierten Chip ablas. Marta tippte mit dem Zeigefinger auf das Enthaarungssymbol des kleinen Bildschirms.

Ihre Spraydose mit Enthaarungsschaum war noch halb voll, sie sprühte Schaum in ihre Hohle Hand, rieb ihn mit sachten Bewegungen am ganzen Körper ein. Der Schaum brannte auf der Haut, am Kopf an den Gliedmaßen, der Scham. Sie tastete ihren Körper ab. Ihre Haut war schlaff, dünn, wie Pergament, hing an den Knochen, schuppte und begann sich an den Stellen, wo der Schaum eingetrocknet war, zu röten.

Das Hautöl, das mit den Nahrungsportionen vor ihrer Tür gestanden hatte, war ausgegangen. Es würden ihr einige Tage mit Jucken und Brennen der Haut bevorstehen, dachte sie, stellte sich unter die Dusche. Der Wasserstrahl war schwächer als üblich, zumindest war das Wasser angenehm warm. Die vom Schaum gelösten Haarstoppel blieben in der Brausetasse verteilt liegen, als das Wasser jäh aufhörte zu fließen. Sie hielt den Ellbogen gegen den Kommunikator, legte ihren Zeigefinger auf das Symbol „Wasser“ auf dem Bildschirm, um die Stoppeln wegzuspülen, es kam jedoch das Symbol für „verbraucht“.

Gernot hätte dies nicht gestört, hatte er doch stets die Waschmuschel ungespült nach dem Rasieren zurück gelassen, was sie regelmäßig in den Wahnsinn getrieben hatte. Andererseits war er in manchen Anglegenheiten pingelig gewesen, hatte die Angewohnheit, mit heftigen Bewegungen die Hemdkrägen mit Gallseife einzureiben bevor er sie in die Waschmachine gelegt hatte.

Marta zog ihren olivgrünen Hosenanzug an. Der Stoff kratzte. Sie war froh, daß sie derzeit zu keinem Arbeitsdienst beordert wurde, bei den Hautreizungen wäre dies unangenehm geworden, denn man wußte nie welche Art von Dienst man zu verrichten hatte. Aufräumarbeiten in den Straßen wären ihr nicht unangenehm gewesen, da man nicht ständig beobachtet wurde, aber eine Tätigkeit wie bei ihrem letzten Arbeitsdienst am Fließband, wo sie Nahrungsportionen in braunes, dickes Papier einzuwickeln hatte und man dabei von Kameras beobachtet wurde, wobei man bei mangelnder Geschwindigkeit eine Abmahnung von einer Blechstimme bekommen hatte. Jener Dienst war ihr selbst bei körperlichem Wohlbefinden und ausreichend Schlaf schwer gefallen.

Von den Fenstern kam das rotgoldene Licht der untergehenden Sonne in die Wohneinheit. Wie gerne würde sie sich auf ein Sofa setzen oder in ein Fauteuil, dachte Marta, doch es gab nichts als das Bett mit einer Gummimatratze, einen Aluminiumschrank, die Badenische, den grauen Bodenbelag. Nicht einmal ein Spiegel war vorhanden. Marta verkniff sich einen Seufzer, das Mikrofon am Kommunikator hätte ihn bemerkt, später wäre eine Uniformierte zu ihr gekommen und hätte sie mitgenommen, in eine Zelle gesteckt, in der nur ein Sessel gestanden wäre auf grauem Steinboden. Einmal hatte sie „Gernot“ im Schlaf geschrien und am Tag danach die Prozedur über sich ergehen lassen müssen. Wenn man es im Schlaf tat, das Sprechen, mutmaßte Marta in ihren Gedanken, würden sie einen nur in eine Zelle stecken für ein, zwei Tage und man würde nicht verschwinden, wie ihr Nachbar, dessen Schreianfall sie vor einiger Zeit durch die Wand gehört hatte. Eine Niemandswelt sei diese, dachte Marta, in der man nicht sprechen dürfe, man seines vorherigen Lebens und den Liebsten beraubt sei, eine Welt in der es kein Papier gebe und keine Stifte, um ihre Erinnerungen aufzuschreiben, keine Spiegel, keine Musik, keine Filme, kein Theater, keine Bücher, keine Zeitungen, nicht einmal Kochgelegenheiten, die geleeartigen Nahrungsportionen ernährten sie, die einem vor die Tür gestellt wurden.

Sie kämpfte gegen den unentwegten Zwang, ihr vorheriges Leben aufzuschreiben, einer nicht vorstellbaren Nachwelt, über ihre Eltern, ihre Schwester Lisa und über Gernot zu berichten. Was wohl mit ihnen geschehen war? Marta kerbte ihre Zähne tief in den Ellbogen, spürte, wie Tränen ihre Augen füllten.

Es verging eine Weile, bis Marta sich wieder beruhigte. „Es hilft ja nichts!“, dachte sie, der innere Schmerz klang stets ab. Sie war sich sicher, daß in den Nahrungsportionen etwas hineingemischt wurde, das einen nach inneren Gefühlsstürmen beruhigte, gleichgültiger machte. Das Licht in der Wohneinheit hatte sich inziwschen eingeschaltet. Sie ging zum Fenster, draußen war Nacht, nur Nur Dunkelheit und Stille. Das Fensterglas spiegelte nicht.

Wie alt sie wohl sei, fragte sie sich, es war jedes Zeitgefühl abhanden gekommen, ohne Uhren, ohne Kalender, bloß der Wechsel von Tag zur Nacht, von Jahreszeiten, der Witterung an den Orten, an die sie verbracht wurde. Orte, die wechselten ohne sich groß zu unterscheiden. Wohneinheiten, Arbeitsstätten, Straßen, Gebäude glichen einander, nur die Luft roch überall anders, die Witterung war stets verschieden.

Marta war der Ort, an dem sie sich gerade befand, nicht dermaßen unangenehm wie der vorherige, der glühend und feucht war, mit Vegetation, die sich durch Gehsteige bohrte. Trotz der Luftkühlung in der Wohneinheit und zusätzlichen Trinkwasserrationen war er ihr unerträglich gewesen. Dieser hier war trockener, hatte milde Temperaturen. Der Kommunikator gab den Signalton für Schlafen gehen. Marta legte sich auf das Bett und hoffte, bald einschlafen zu können.

Vopti

Gerald spürte den unangenehmen Hauch als Marta ihm ins Ohr flüsterte. Alexandra, arbeite ungenau. Ob er es denn nicht bemerkt habe, daß die Kampagne für die Produktreihe Vopti nicht gerade eine Meisterleistung sei.

Er schüttelte den Kopf, wandte seine Blicke nicht von der Tastatur ab.

Marta war beharrlich. Gerald ließ ihre Annäherungen nicht zu, was sie immer heftiger anzustacheln schien. Er fühlte ihre Blicke, was ihm erst unangenehm dann widerlich war.

Der Abteilungsleiter betrat das Büro, bat Marta, ihm bei der Kontrolle der Verkaufszahlen der Vopti-Produktpalette zu helfen.
„Endlich“, meinte Marta, „das liegt mir schon länger im Magen! Alexandra ist ja so nachlässig!“
Gerald blickte ihnen nach, als sie gemeinsam den Raum verließen.

Er kratzte sich an der Wange, ließ seine Augen am Bildschirm verweilen, rieb an seinem Spitzbart. Gerald schloß die silbergrauen Jalousien, da die Wolken sich verzogen hatten und die Sonne in das karg eingerichtete Büro strahlte. Seufzend vergrub er sein Gesicht in den Händen. Ausgerechnet heute war Alexandra auf dem Begräbnis ihrer Großmutter.

Er fühlte die Wölbungen der gepolsterten Sitzfläche seines Drehsessels, auf dem es sich nicht sonderlich angenehm saß, hatte die Ellbogen auf die spiegelglatte, kalte Oberfläche des grauen Schreibtisches gestützt. Abgespannt war er, müde. Unzählige Überstunden, selbst so manches Wochenende hatte er zusammen mit Alexandra verbracht, um die angeordnete Kampagne für die Vopti Serie auszuarbeiten, die Verkaufszahlen und Umfragenergebnisse zu analysieren. Kosmetik verkaufte sich schlecht in Krisenzeiten.

Marta kam zurück. In ihre Stirn hatte sich kämpferische Falten gelegt, was, wie Gerald aus Erfahrung wußte, nicht Gutes bedeuten konnte.

„Alexandra ist noch nicht da, der Chef will euch sehen“, es war ihr schrill keifender Ton, der Gerald stets eine Art Schauder verursachte und die Augen zusammenkneifen ließ.
„Vopti ist ja nicht gerade ein Überflieger“, fügte sie in genußvollem Ton hinzu.
„Erzwingen“, antwortete Gerald, „erzwingen kann man nichts!“

„Na ja, ist halt daneben gegangen, falsche Strategie, vielleicht zu viel Schlendrian bei der Beobachtung von Verkaufszahlen, Ungenauigkeiten in der Analyse, na ja!“

Gerald litt unter den ständigen Anfeindungen, die Marta Alexandra entgegenbrachte. Selbst wenn er es sich nicht gänzlich eingestehen wollte, hatte er doch gewisse Zuneigung zu seiner Kollegin entwickelt. Alexandra war, wie er fand, sehr hübsch, ihr dunkelblondes Haar im zu ihrem Typ passenden Bubikopfschnitt, sie kleidete sich mit Geschmack, sprach fließend Italienisch. Ebenso war er angetan von Alexandras Schüchternheit, ihrem bescheidenen Wesen, ihrer Hilfsbereitschaft, ihrem oft schamhaften Lächeln, wenn ihr einmal, was selten vorkam, in der Firma ein Kompliment gemachte wurde.

Martas Bescheidenheit wirkte in Geralds Augen im Gegendsatz dazu aufgesetzt, bigott, anerzogen. Er verabscheute ihr gekünstelt freundliches Lächeln, mit dem sie ihre Opfer zu täuschen und in Sicherheit zu wiegen versuchte, bis sie begann Gerüchte zu verbreiteten, sowie erfundene Anschuldigungen jedem zu erzählen, dem sie habhaft wurde.

Alexandra traf im Büro ein. Das Begräbnis hatte sie augenscheinlich arg mitgenommen, hatte sie doch bei ihrer Großmutter einen guten Teil ihrer Kindheit verbracht, wie sie ihm einmal erzählt hatte als sie nach Arbeitsschluß zusammen in der Straßenbahn gefahren waren. Er suchte nach Worten der Aufmunterung, doch konnte sich nicht dazu durchringen, etwas Geeignetes zu sagen.

Die beiden blickten einander wortlos an, als Marta mit „Der Chef, der Komarek, will was von euch!“ die stickige Luft im Büro durchschnitt.
Alexandra zog ihre Augenbrauen zusammen und ging hinaus auf die Toilette.

Auf Gerald starrend, stand Marta im Büro.
„Aber an dir liegt’s doch nicht, ich kann das beurteilen!“
Sie ging auf Gerald zu, stellte sich hinter ihn, legte einen Arm um seine Schultern, mit der Hand strich sie ihn um den Bart. Gerald war angewidert, zuckte zurück, drehte sich mit dem Sessel von ihr weg.

„Ihr solltet jetzt rein“, meinte Marta, als Alexandra zurückgekommen war und ließ augenblicklich von Gerald ab.

Herrn Komareks Miene war steinern, in seiner Stimme lag eine Art künstlicher Unterton theatralischen Ernstes, als er Gerald und Alexandra gegenübersaß. Er wies ihnen mit einer Handbewegung, sich zu setzen.
„Die Zahlen“, brummte der Abteilungsleiter Komarek, „sind sehr schlecht. Frau Marta Voitek hat mit mir alles ganz genau analysiert. Wir sind die Mängel durchgegangen.“

Gerald fühlte wie sich in seinem Bauch eine Art Krampf auszubreiten begann, der sich gleich einem borstigen Wurm langsam die Speiseröhre hinaufschlich.

„Es tut mir sehr Leid, aber ihre Dienste werden nicht mehr gebraucht. Frau Voitek wird die in Zukunft stark verschmälerte Vopti-Palette übernehmen.“

Alexandra stand auf, sprach kein Wort. Gerald blieb noch einen Augenblick im Plastiksessel sitzen, nestelte am Ärmel seines Sakkos.
„Gut, das wär’s, also am Fünfzehnten bekommen sie das Schreiben! Im Namen von Mukus Cosmetics, danke ich für ihre wertvolle Mitarbeit!“

Der Abteilungsleiter drückte den beiden noch die Hand.

„War’s schlimm?“, Martas gespielt mitfühlender Ton, als die beiden wieder im Büro erschienen.
Gerald schwieg, bemerkte, daß Alexandras Augen gegen das Aufkommen von Tränen ankämpften, beobachtete wie sie ein paar Zettel, sowie den versilberten Füllfederhalter in ihre Handtasche steckte und den Raum verließ.

„Wart auf mich!“, stotterte er knapp hervor.
Marta zupfte ihn am Ärmel.
„Vielleicht kann ich noch was glatt bügeln für dich“, flüsterte sie.
Gerald zog den Ärmel von ihren Fingern los, verließ grußlos den Raum, knallte die Türe hinter sich zu.

Er spürte wie sich sein Gesicht erhitzte, als er aus dem Haupttor des Gebäudes ging. Alexandra stand am Gehsteig, die Handtasche an der Unterseite mit ihren Fingern fest umkrallt gegen den Bauch haltend, stampfte abwechselnd von einem Fuß auf den anderen.

Gerald stellte sich neben Alexandra.
„So eine elende Drecksau“ schnaubte er.

Sie sah ihn für einen Moment in die Augen und meinte mit erstickter Stimme: „Komm, gehen wir was trinken oder zu mir, hab was im Eiskasten!“
Gerald willigte in die Einladung ein. Alexandra wohnte im vierten Bezirk nicht weit von der Innenstadt.

Kurze Zeit danach saß Gerald mit Alexandra in ihrer winzigen Küche. Ihre Wohnung hatte hohe Altbauwände, Flügelfenster mit Holzrahmen. Zwei Bierdosen zischten beim Öffnen. Sie schwiegen.
„Und jetzt?“, Gerald sprach sehr leise, musterte die weiße Tischplatte, die geblumte Plastikunterlage mit dem Krug, in dem ein paar welke Margariten ihr Leben beendeten.

„Weiß auch nicht, wird schwierig! Ich hab das eh schon öfter durchgemacht!“ Alexandra blickte auf die welken Blumen. Gerald schmunzelte, als er sie einen großen Schluck aus der Dose nehmen sah.
Am liebsten, meinte sie, würde sie ihr bisheriges Leben hinschmeißen, gar nichts mehr arbeiten, in die Südsteiermark ziehen, dort ein Landleben führen. Sie habe, erzählte sie, ja immer irgendwelche „Voiteks“ erlebt.
„Die hat mich begrabscht! Mit ihren dreckigen Fingern am Bart, wo ich besonders empfindlich bin! Mir hat so gegraust!“

„Die wollt mit dir…“ Alexandra verkniff sich, den Satz zu Ende zu sprechen.
Gerald bereitete das Thema großes Unbehagen, da ihm vor Martas Annäherungsversuchen geekelt, er sich geschämt hatte.
„Hätts’t was gsagt!“, fuhr Alexandra fort.
„Alexandra ich bitt dich! Und wem, dem Chef vielleicht? Grad dem Komarek, nein! Gstunkn hat’s auch die Vettel, wie’s ma da immer so zugrabbelt is!
„Hör, auf! Widerlich!“ Alexandras Miene verzog sich vor Ekel.
„Laß ma das!”, sagte er.

Er hörte Alexandra zu, wie sie Lebensgeschichten von sich erzählte, ihrer Schulzeit, der Universität, einer Jugendfreundin, die sie aus den Augen verloren hatte, von Eltern, die kaum Zeit gehabt hatten, von ihrer Großmutter, bei der sie sehr viel Zeit ihrer Jugendverbracht hatte. Alexandra sprach langsam ruhig, an manchen Stellen jedoch überschlug sich ihre Stimme.

Gerald sprach über schreckliche Versagensängste, Angst, der kleinste Schnitzer könne ihn aus der Bahn werfen, daß er auch oft daran gedacht hätte, ein neues Leben anzufangen, er sich selbst oft dermaßen unter Druck setze, daß es ihm oft den Schlaf raube.
„Meine Nerven“, erzählte Alexandra, „sind auch oft nah am zerreißen.“

Er strich sich über seinen Spitzbart, nippte an der Bierdose.
„Magst nicht ein Glas haben?“, hörte er sie fragen.
„Was braucht a Arbeitsloser a Glas!“
Alexandra kicherte.

Seine Exfreundin, lachte er, habe ihn nach dem ersten Verlust der Arbeitsstelle verlassen, es wäre ihr zu unsicher bei ihm gewesen.
„Wo warst’n vor Mukus?“
„Bei einer Computerfirma, die haben dann dicht gemacht! Schulden hab ich wegen der Wohnung, da muss ich dazuschaun! Meine Ex wollte halt den Übermann…“

Alexandra streckte ihre Hand aus, er spürte das sanfte Streichen ihrer Finger über seine Wange, schloss während der Berührung die Augen. Sie nahm einen großen Schluck aus der Dose, fing abermals an, von ihrer unglücklichen Schulzeit zu erzählen. Gerald bemerkte, wie sie das Wort ‚damals’ beinahe verschluckte.

Alexandra fuhr sich mit den Fingern durch die Haare, rieb an ihrer Nase, senkte den Kopf, lächelte verschämt. Gerald sah sie an. Er streckte seine Hand sachte, zögernd aus. Alexandra ließ seine schüchterne Hand sich nähern, bis er fühlte wie ganz sanft die Finger der beiden sich ineinander verflochten. Ihr verlegenes Lächeln.

„Wir haben uns eigentlich nie richtig kennen gelernt.“
„Das holen wir jetzt nach“, brummte Gerald sanft.

Es war spät geworden. Alexandra schlug vor, daß er am Sofa schlafen könne. Gerald dachte kurz nach, lehnte ab. Als sie an der Türe standen, sah er ihr tief in die Augen, nahm sie plötzlich in seine Arme, drückte sie fest. Er fühlte wie Alexandra sich fallen ließ, drückte sie fester, wog sie in seinen Armen. Weinen platzte aus ihr heraus.
„Meine Oma…“
In den rauen Stoff seines Sakkos, flossen, all der Zorn, die Enttäuschung, die Trauer über die verstorbene Großmutter.
„Nicht aufhören“, hörte er sie mit erstickter Stimme wispern.
„Ich bleib doch über Nacht!“, flüsterte er ihr ins Ohr.
„Ja, bleib!“

© Fluchtachterl

Zaun

Heast host du „Zaun“ gsogt?

Na, hob i net!

Doch du host „Zaun“ gsogt!

Na, dea duat hot „Zaun“ gsogt.

Na, hob i net.

Doch, i hobs jo gheat!

I hob „Pfaun“   gsogt!

Geh bitte tua net schmättan!

Zaun host gsogt.

Naa! Kruzifix noch amoi! „Pfaun“ hob i gsogt.

Und wos soi „Pfaun“ sei, ha?

Na jo, so wia „pfau“ nua hoit mit an „n“ aunighengt. „Pfaun, is des guat!“ zam Beispü.

Geh sei ned so deppert, kana sogt „pfaun“.

I scho.

Depp!

Da Nochba, dea hot „Zaun“ gsogt.

Wos?

Jo, i hob’s gheat.

I hob „Faun“ gsogt, net „Zaun“.

Wos is des wieda fia a Stuss, „Faun“?

A mythologische Figua ausm oidn Rom, du Wappler!

Da Hea Gscheid! Ausredn, Ausredn wäul a „Zaun“ gsogt hot.

„Endlich ahn Faun damit a Ruah is“ hob i gsogt. Na jo, dea soi eascheinan dea Faun, damit ma a Ruah hobn.

Voikoffa, du! Deine lauwoaman Ausredn kaunst da eimassian.

Kumman’S Hea Inspekta, do hom mindestens via Leit „Zaun“ gsogt in deh letzn poa Minutn.

Inspekta gibt’s kan. Oiso, wea hot do „Zaun“ gsogt? Des is vabotn.

Tan’S wos, deh hom „Zaun“ gsogt.

Geh Trude, du Pfludern, Vanaderin, grod host as söwa gsogt!

Wos?

Na „Zaun“!

Soda, jetzt gibt’sa Vawoanung von mia und doß kana mea „Zaun“ sogt vo deh Heaschoftn do, sunst möd i des meina Dienststö.

Jawohl, Hea Inspekta.

Inspekta gibt’s kan.

Wos haßt des Wuat, des ma net sogn deaf, auf Ungarisch?

Wieso auf Ungarisch?

I glaub deh woan’s zeascht drau mit dem Rundumadum, des ma net sogn deaf.

Kerités…

Ah schau wea do oweruaft vo de büllichn Plätz. Wohea wahßtn du des?

Mei Frau is vo Ungarn drübn.

Ah jo, und duat deaf ma des sogn?

Jo!

I frog mi nua, wos ma muagn nimma sogn deaf…

Enagiaspoalaumpn, hahaha!

Hoits zsaum, sunst diaf ma muagn goa nix mea redn!

Is eh bessa bei dem Bledsinn heitzatog.

Zerstreuen Sie sich Inan sunst hol i meine Kollegen…

Jo, Hea Inspekta.

(c) Fluchtachterl, November 2015

Lampenfieber

Nachtstunden zerren und ziehen, der Schlaf bleibt aus. Die Zeiger mahnen bis zur Morgenstunde. Aufstehen mit Schwirren im Kopf, ein Frühstück heruntergewürgt, Kaffee, Tabletten ohne Schmerz zu haben um des Wachwerdens willen. Ankleiden, zum Ort des Tuns hin im Laufen durch Menschenmengen. „Was wird sein? Wie wird’s sein?“ Das Unbekannte.  Ein Mikrofon, die Zuhörer, Herzpochen. Stunden schleppen sich bis zum Ende. Es nicht mehr tun müssen! Das Geld zum Leben, käme es doch aus anderer Quelle! Dennoch sagt man sich danach „Ich hab’s vollbracht!“

Fluchtachterl, Juni 2015 009 (c) Fluchtachterl, Mai 2015

Bratislava Blues

Würde mich jemand fragen, wie es mir gehe, müßte ich antworten „ich weiß es nicht“. Nur, daß die Entscheidung an diesem Tag hierher zu fahren die richtige war. Das Aufspannen des Regenschirms, als ich den Bahnhof verlasse, eine durchfeuchtete Zigarette, die einen kurzen Stich in der Brust hinterläßt beim ersten Zug, das Warten auf den Bus, das nasse Straßenpflaster, das erste Frösteln.

Scheinwerfer spiegeln sich im nassen Asphalt. Der Bus, ich spanne den Schirm ab, steige ein, die SNP-Brücke, das Klatschen beim Durchfahren einer Pfütze. Die Stadt abgedunkelt unter den dichten, grauen Wolken. Zochova. Der Martinsdom. Sein Turm mit dem türkisfarbenen Dach dessen goldene Verzierungen bis zur Spitze reichen, vernebelt.

Die Altstadt, nur mein Kopf bleibt trocken vom Schirm geschützt, Regen dringt von allen Seiten durch meine viel zu dünne Kleidung, die nun naß und kalt an der Haut klebt. Mich fröstelt, dennoch halte ich inne auf der Brücke zum Michaelertor über den Stadtgraben, sachtes leicht schwebendes Erahnen von Endzeit in mir, umgeben von all der in Trübe seufzenden berückenden Schönheit, Sankt Nepomuk der über all die überstandenen Jahrhunderte sinnend, wehmütig zum Heiligen Michael gegenüber blickt.

Aufgeweichte Schuhe. Das Prasseln des Regens, das Geräusch meiner eigenen Schritte in verwaisten Seitengassen. Nasses Katzenkopfpflaster mit all seinen jahrhundertealten Unebenheiten, auf dem ich auszurutschen drohe. Das Gesicht der Stadt ernst, nur vereinzelt hört man von ihr Töne, in diesen engen Gassen schweigt sie ganz. Ein paar versprengte Touristen in Regenmänteln gehen an mir vorbei. Eine Laterne, das Leuchtschild eines Bierlokals, die sich in der Nässe des Pflasters spiegeln. Meine Blicke verweilen auf Gesimsen, Fenstergiebeln, Portalen mit Figuren. In meinem Kopf ein Musikstück auf Klavier gespielt. Heute zeigt die Stadt nicht ihren spritzigen, kecken Humor, der ihr sonst zu eigen. Selbst der Cumil, der Gaffer, glotzt ins Leere, der „Schöne Náci“ hat kaum jemanden, den er grüßen kann.

Es riecht ein wenig faulig, das Plätschern der Rinnsale und meine bedrückenden Gedanken, die ich hierher mitgenommen habe. Ein Innenhof, Bögen, Säulen mit Kapitellen aus Akanthusblättern, Putten, an den Ecken herabbröckelnder Verputz. Ich lasse mich treiben, habe kein Ziel, gelange in die Dunajská. Bauten aus den Sechzigern, Reklameschilder. Hunger, aber keine Lust zu essen, gleichwohl ein Weckerl unter einem Vordach eines Betonbaus gegenüber rasch verzehrt.

Der Abend bricht langsam herein, zurück zur Zochová, um den Bus zu nehmen. Über die Brücke. Man kann die Burg sehen von dieser Seite, auch sie grau, die sonst in strahlendem Weiß über der Stadt thront, sie bewacht.

Petržalka. Plattenbauten, die man farbig restauriert hat. Lichter in Fenstern, die ein Muster ergeben wie eine elektronisches Schaltpult. Verkehrsschilder, mehrspurige Straßen, es sind mehr Menschen unterwegs als in der Altstadt, ernste Gesichter, bunte Regenschirme.

Der Herbst ist viel zu früh hereingebrochen. Ein seltsames Jahr mit einem Sommer, der keiner war, auch ein seltsamer Tag mit trüben Gedanken, die ich hier zu vertreiben suchte. Die Stadt hat mir ihr anderes, ernstes Antlitz gezeigt, wir waren in der selben Schwingung. Dunkle Vorahnungen ob der Berichte aus der Welt, die nun aus den Fugen zu geraten scheint. Diese verdunkelte Ruhe im Regen, gleich einem Vorzeichen, einem dräuenden Menetekel. So als ob ein kurzer Augenblick des Innehaltens noch gewährt wäre. Hier waren sie erträglich diese Gedanken. Der Fahrplan mahnt, ich wehre mich, möchte noch verweilen. Zurück in den Moloch Babylon, der einstmals Wien war. Es muß wohl sein. Ich habe keine andere Wahl.

© Fluchtachterl, August 2014

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